Unser Lehrplan
- Erik Lommel
- 14. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Die Basis der Klassischen Reitkunst
I. Allgemeine Informationen & Einführung
Kursbezeichnung: Die Basis der Klassischen Reitkunst – Alles rund ums Pferd lernen
Zielgruppe: Kinder/Jugendliche, Erwachsene, Wiedereinsteiger
Dauer/Umfang: ca. 2-3 Jahre je nach Lerntempo und Talent
Voraussetzungen: Keine Vorkenntnisse notwendig
Kursziele: Entwicklung eines tiefen Verständnisses für das Wesen des Pferdes, Erlernen der pferdegerechten Kommunikation vom Boden aus und Grundlagen für ein gesundes, motiviertes Reitpferd schaffen.
II. Theoretische Grundlagen: Das Wesen des Pferdes verstehen
Dieser Abschnitt bündelt das Wissen über Anatomie, Verhalten und die Bedürfnisse des Pferdes.
1. Das Pferd als Lebewesen
Verhalten: Das Pferd als Flucht- und Herdentier kennenlernen.
Sinne: Wie sieht und hört ein Pferd?
Lebensweise: Vergleich von Wildpferd, Hauspferd und Zuchtpferd.
Herdenverhalten: Rangordnung, Stutenherde vs. zusammengewürfelte Gruppen (Stress in Offenstallhaltung).
2. Kommunikation und Horsemanship
Natürliche Sprache: Körpersprache, Mimik und Gestik des Pferdes. Wo treffen sich menschliche und Pferdische Körpersprache
Menschliche Kommunikation: Wer bewegt wen? Positionierung (Wer steht wo?). Stimmhilfen (Pferde können bis zu 300 Wörter lernen
Anführerqualitäten: Welche Anführer bevorzugt das Pferd (ruhige Ausstrahlung, klare Anweisungen, souveräne Haltung - oder nervöse und unsichere Menschen)?
Problemverhalten: Wie entsteht ein Problempferd? (Falsches Lob, unklare Signale, aus der Hand füttern).
Kontaktaufnahme: Beobachten, Begrüßen, Rang klären.
3. Pferdebedürfnisse & Haltung
Grundbedürfnisse: Fütterung, Versorgung, Pflege (richtiges Putzen).
Gesundheit: Gesunde Schulpferde als Vorbild (gesunde Hufe, tragfähiger Rücken, keine Verspannungen).
Risiken: Exkurs Gefahr durch Hufrehe, Wieso Anweiden? WIe kommt es zum übergewichtigen Pony oder Pferd? Wieviel Platz und Bewegung benötigt ein Pferd täglich?
4. Ausbildungstheorie
Grundlagen der Pferdeausbildung: Fohlen-ABC (Halfter anlegen, Hufe geben, anbinden, sich überall anfassen lassen).
Wachstum: Wann kann ein junges Pferd belastet werden? (voll Reiten mit 3 Jahren? vs. gesund alt werden).
Lernverhalten: Positive und negative Verstärkung, Timing des Lobs.
III. Praktische Ausbildung: Vom Boden bis zum Sattel
1. Grundlagen der Bodenarbeit & Führen
Sicherheit & Umgang: Faires Führen am Halfter (richtiger Abstand, nicht nachgeben).
Führübungen: Trockenübung mit zwei Menschen (einer Pferd, einer Anführer).
Hilfsmittel: Führseil und Gerte richtig halten.
Präzision: Bahnfiguren gehen, Richtungsanweisungen, Im Kopf den Plan machen für korrekte Bahnfiguren
2. Verfeinerte Bodenarbeit & Longieren
Werkzeugkasten: Hilfen dem Pferd vom Boden aus erklären.
Longieren: Warum Kappzaum statt Halfter oder Trense? Wie wird korrekt auf Trense longiert?
Höhere Bodenarbeit: Seitengänge, Takt und Tempo regulieren.
Geraderichten & Gymnastik: Warum ist das wichtig? (Analogie Links-/Rechtshänder beim Menschen).
3. Spezial-Trainingsmethoden
Anti-Schreck-Training (GHP): Parcours aufbauen (Regenschirm, Plane, Rappelsack).
Target-Training: Nase ans Objekt führen für Lob/Leckerli.
Zirkuslektionen: Gymnastik und Gehirntraining.
4. Ausrüstung & Anatomie, Sattelkunde (Exkurs)
Materialkunde: Zäume (Gebiss vs. Gebisslos), welche Ausrüstung für welches Pferd?
Sattelkunde: Funktion eines Sattels, mit oder ohne Baum? (Bilder zeigen).
Reiten: Trageerschöpfung, gutes vs. schlechtes Reiten.
IV. Didaktik & Leistungsnachweise
Lehrmethoden: Theorie, Praxis, Trockenübungen, Videoanalyse, Buchvorstellungen (zahlreiche Bücher z.B: "Du entscheidest!" von Krischke).
Wir erstellen ab sofort für jedes Kind / jeden Teilnehmer ein Heft mit Checkliste, in dem die Themen mit einem Stempel abgehakt werden.
Übungen: Auswahl eines imaginären Wunschponys (Rasse, Farbe, Alter).
Perspektivwechsel: Bedürfnisse des Pferdes bestimmen das Training
5. Balance im Sattel: Sitzschulung
-aufrecht sitzen, das Pferd nicht stören, den Takt erkennen, in der Bewegung geschmeidig mitgehen
-verschiedene Sitzarten und Funktionen unterscheiden können: Leichter Sitz, Mittelpositur, Belastungssitz, Springsitz
-Sitzhilfen: Übungen auf dem Gymnastikball und im Stehen- Erlären der Hüftbewegungen
-Hilfengebung in der Bewegung: Anreiten und Anhalten über die Balance, korrekte Ecke reiten
Copyright: Nina Riesterer-Lommel (der Lehrplan darf gerne auf Anfrage von anderen Reitschulen übernommen werden)







Kommentare